Mutti Ruthis Tagebuch

Erinnerungen an die ersten 100 Tage
nach meinem 90. Geburtstag

Späte Fortsetzung zum Beitrag vom 27. 2. 2025: Hautarztvermittlung durch kassenärztlichen Notdienst scheitert an Vermittlungscode der Hausärztin

4. Mai 2026: Nach einem zu kurzen Aufenthalt wegen Bettenmangel in der Hautklinik der Magdeburger Uniklinik mit der Diagnose Gürtelrose im Februar 2025 habe ich im Mai 2026 immer noch Hautjucken.
Inzwischen bin ich 91 Jahre alt. Inzwischen ist viel passiert. Aber ich hatte nicht die Kraft, alles zu protokolieren.

Mein Bestreben, bei meiner AOK-Pflegekasse eine Höherstufung meines Pflegegrades zu bewirken, scheiterte bisher. Mein Widerwillen und meine Inkompetenz zum Ausfüllen eines mehrseitigen Formulars im Internet zur Feststellung meiner Pflegebdürftigkeit führten dazu, dass eine Fachkraft des Medizinischen Dienstes mit Laptop vorbeikam und den Fragebogen bei mir zu Hause für mich ausfüllte. Eine Ärztin oder ein Arzt interessierten sich leider nicht für meinen verschlechterten Gesundheitszustand.
Aus Sicht der AOK war das Ergebnis der Begutachtung sicher in Ordnung.
Danach konnte ich die Ziel-Punktezahl von über 70 nicht erreichen, und mein Antrag wurde kostenbewusst abgelehnt.
Auch mein Widerspruch gegen die oberflächliche und herzlose Ablehnung wurde abgeschmettert und mir eine Neuauflage der kräftezehrenden Beantragung angeboten.
Dabei hatte mich die Vorbereitung und Begleitung meiner Begutachtung so viel Kraft und Zeit gekostet, dass auch noch mein psychischer Zustand darunter gelitten hatte, was natürlich auch nicht in die Punktezahl des Medizinischen Dienstes eingeflossen war.

Zurück zu meiner Hauterkrankung:
An eine eindeutige Information, ob meine Gürtelrose in der kurzen Zeit in der Uniklinik mit Virusmedikamenten erfolgreich behandelt wurde, kann ich mich nicht erinnern.
Zwischenzeitlich hatte mir meine Hausärztin Allergiepillen und eine Salbe verschrieben, deren Wirkung ich von Anfang an bezweifelt habe. Außerdem sind diese Medikmente inzwischen längst aufgebraucht.

Seit etwa drei Monaten lebe ich mit einem Kater, der mir zugelaufen ist, wir nennen ihn Mauzi. Mauzi schläft mit mir im Bett und hilft mir im Garten.
Vielleicht habe ich ja auch nur eine Katzenhaarallergie? Das glaube ich aber nicht, denn ich hatte immer Katzen, was ich anhand meiner Katzengräber im Garten belegen kann.

Mauzi und ich würden gern die AOK kaufen, um sie zu reformieren.

Aber meine Symptome haben inzwischen dazu geführt, dass ich wegen des Hautjuckens nachts kaum schlafen kann. Deshalb bin ich morgens unausgeschlafen und kann meine Tagesziele wegen Erschöpfung nur selten erreichen.

Außerdem leide ich schon ewig unter Inkontinenz, so dass meine Wege zur Toilette immer wieder drohen, zu lang zu werden. Doch nachdem ich nach Monaten wieder einen Termin bei einem Nachfolger meines Facharztes für Urologie bewirken konnte, wurden meine Medikamente wegen Hoffnungslosigkeit abgesetzt, von einer Operation abgeraten und mir ein Katheter empfohlen, der mich bei der Gartenarbeit nur behindern würde.

Letzte Woche habe ich Freimut und meine Helferin Julie noch mal darum gebeten, mir einen Hautarzttermin zu beschaffen.
Freimut hat noch vor dem Wochenende versucht, bei Dr. GOOGLE einen der 10 besten Magdeburger Dermateologen telefonsch zu erreichen. Leider ohne Erfolg: keiner nimmt ab, keine E-Mail-Adresse, doctolib verweigert die Vermittlung u.s.w.
In Erinnerung der guten Erfahrungen mit dem kassenärztlichen Notdienst hat Freimut heute Vormittag eine neue Aktivität ausgelöst:
Unter der beliebten Nr. 116 117 erreichte er bereits vor 11 Uhr eine freundliche Telefonistin, die alle Daten zu meinem Wunschtermin aufnahm.
Bevor der Aufwand zum Ziel führte, teilte die nette Dame am Telefon jedoch mit, dass eine Terminvermittlung an einen Facharzt ohne Überweisungsschein des Hausarztes jedoch nicht möglich sei.
Gut, dass es noch nicht fünf vor zwölf war!
So konnte mein Fahrradkurier Freimut meine Hausärztin noch vor Ende der Sprechzeit erreichen und eine Übereiweisung für den Dermatologen meines Vertrauens beschaffen.

Ohne Fahrrad wäre Freimut bei diesen Spritpreisen aufgeschmissen. Doch der kurze Weg von seiner Wohnung bis zu meiner Hausärztin wäre eh kein Grund , sein Auto zu bewegen.

Manchmal kann Freimut auch ohne sein Fahrrad Aufgaben bei meiner Hausärztin für mich erledigen. Aber auch hier endet eine Kommunikation im Normalfall am Anrufbeantworter in einer Sackgasse. So freut sich Freimut immer wieder, dass meine Wünsche an meine Hausärztin, die er per E-Mail übermittelt, gelegentlich bearbeitet werden.

Haben Sie eine Idee, an wen man eine Überweisung an einen Hautarzt, den man nicht kennt, gewinnbringend verkaufen kann? Vielleich eine Anregung für die Geaundheitsreform…

Ein zweiter Anruf von Freimut beim kassenärztlichen Notdienst in der Mittagspause blieb leider ohne Resonanz. Gern hätte er am Telefon einen anderen Musikwunsch geäußert, aber auch das war leider nicht möglich.

Nach 13 Uhr dann doch noch die zweite Telefonverbindung zum kassenärztlichen Notdienst mit Protokollierung der Verdachtsdiagnose für den Facharzt aus der inzwischen vorliegenden Überweisung.
Alles hätte noch heute gut gehen können, wenn die Schwester meiner Hausärztin noch den Vermittlungscode für den Facharzt auf die Überweisung
geschrieben hätte . Doch damit schien sie leider überfordert und Frau Dr. P. war gerade im Kundengespräch.

Und die Moral von der Geschicht: Ohne Kommunikation funktioniert auch die Gesundheit nicht.